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Training mit Katze? Wie? Erfahren Sie in diesem Artikel….

  • Autorenbild: Ina Steinlicht
    Ina Steinlicht
  • 14. Dez. 2025
  • 6 Min. Lesezeit



Um zu verstehen wie Tiere das Verhalten, dass sie zeigen erlernen, lesen Sie den Artikel „So funktioniert das Lernen unserer Vierbeiner“ im Hundeblog Bereich, denn dieses Lernschema ist bei Tieren universell.
Das Training bei unseren Stubentigern ist allerdings viel aufwendiger, als bei einem Hund, es erfordert noch mehr Geduld. Es liegt nicht an der Intelligenz, sondern an der hohen Eigenständigkeit von Katzen.
 
Das effektivste Training mit einer Katze klappt durch das Clickern
Der Clicker ist meistens ein sehr handliches Stück Plastik und besitzt einen Knopf mit einer Metallzunge. Wenn man diesen Knopf betätigt erfolgt ein charakteristisches Clicken. Diese Methode beruft sich auf die Klassische Konditionierung nach Pawlow und ist rein positiv aufgebaut. Diese Form von Training führt dazu das Ihre Schmusekatze auch freudig und freiwillig mitspielt.
 
Das Click wird ein Ankündiger für eine Belohnung, dieses erfolgt nachdem die Katze das Verhalten ausgeübt hat, dass von ihr verlangt worden ist. Das Click bedeutet in jenem Fall immer nur: „das war die Verhaltensweise die ich von dir wollte.“
Schema:   Signal (z.B. als Wortlaut „Sitz“ inklusive Sichtzeichen) – Click bei Ausführung- Leckerli Gabe.
Bei den späteren Clicks weiß Ihre Katze nun, dass sie sich eine Belohnung verdient hat und zwar mit dieser einen Bewegung bzw. Verhaltensweise, die sie im Moment des Geräusches gezeigt hat.
Beim Clicken ist allerdings Ihr Timing sehr gefragt, es muss sofort bei Ausführung der richtigen Handlung erfolgen, damit Ihre Katze die Verbindung erfolgreich herstellen kann. Das Leckerchen muss aber nicht auf der Stelle gegebenen werden, sondern nur Zeitnah. Eine geübte Clicker Katze folgt Ihnen auch in die Küche um sich ihr wohl verdientes Leckerli abzuholen. Denken Sie nur daran, dass jedes Click eine Belohnung bedeutet. Die Leckerlis sollten etwas sehr Leckeres für Katze sein, die sie nur für das Training bekommt.

 

Ungeduld und Frust und Überforderung im Training


Bevor Sie vor Ungeduld so gefrustet sind und womöglich mit Ihrer Katze strafend Schimpfen, brechen Sie vorzeitig ab. Einschüchterungen, Schimpfen und Strafen jeglicher Art verängstigen und entmutigen Ihre Katze nur und führen dazu das Sie das Training abbricht und möglicherweise auch nicht mehr mit Ihnen aufnehmen wird.
Hierbei sind Katzen deutlich unterschiedlicher als Hunde.
Bitte beachten Sie auch, dass geübte Clicker Katzen nur 5-10 in mitspielen. Wenn Sie gerade erst beginnen, dann starten Sie mit 2 min. pro Tag und brechen dann ab, so erhalten Sie die Begeisterung
Auf den Clicker Konditionieren
Damit Ihre Katze nach dem Click eine Belohnung erwartet muss sie beide Elemente fest miteinander verknüpfen, d.h. es wird klassisch Konditioniert.
Wenn Sie die Aufmerksamkeit Ihres Stubentigers haben Clicken Sie und geben Ihrer Katze ein Leckerchen. Dieses machen Sie nun 3 Tage lang für jeweils nur 2 Min. am Tag.

 

Verhaltensweisen einüben


Nun kann das eigentliche Training beginnen. Das Training wobei die Katze ihr Verhalten mit dem Click verknüpfen soll nennt sich operante Konditionierung. Ihr Stubentiger lernt dabei, dass er das Click Geräusch aktiv durch eine Verhaltensweise beeinflussen kann. Da er allerdings noch keine Hand- oder Wortsignale kennt startet man einfach mit mehrfachen Wiederholungen. Erst wenn das verhalten zuverlässig gezeigt wird, mindestens 9 von 10 Wiederholungen liefen gut, gehen wir einen Schritt weiter.
 
Man kann verhalten durch „Einfangen“ einer Bewegung beibringen
Ihre Katze streckt sich gerade? Und Sie wollen Ihr einen Strecker oder Diener beibringen? Dann wird jedes Mal, wenn Ihre Katze sich streckt geclickt. Je häufiger ein Verhalten geclickt wird, desto eher versteht Ihre Katze, dass sich genau diese Verhaltensweise lohnt und sie werden bemerken, dass Ihr Stubentiger sich außergewöhnlich häufig anfängt zu strecken, dass wird Ihr Zeichen sein, dass Verhalten auf ein Signal zu setzen.
 
Locken
Es gibt bestimmte Verhaltensweisen die lassen sich durch, dass Leckerli locken schneller beeinflussen. Sie können das Verhalten also schneller provozieren und kommen häufiger zum Clicken, Ihre Katze merkt also schneller welche Verhaltensweise sich lohnt. Sobald Sie das Verhalten beginnt auch von sich aus schneller auszuführen, geht man einen Schritt weiter und setzt das Verhalten auf ein Signal.
Formen
Hierbei wird damit gearbeitet, dass man zum Beispiel beim Transportkorbtraining die schrittweisen Bewegungen und Annährungen zum Korb Clickt und somit verstärkt. Nach einigen Clicks und Belohnungen werden die Katzen immer zielstrebiger, wenn sie jetzt beginnen nicht schon bei den ersten Anzeichen wie zuvor zu Clicken, wird die Katze sich nach dem Versuch-und-Irrtum-Prinzip weiter ausprobieren.
 

Wortsignale setzen


  • Ein Signal ist die Aufforderung ein bestimmtes trainiertes Verhalten auszuführen, achten Sie darauf, dass die Signale nicht zu häufig im Alltag benutzt werden, sonst verlieren sie Ihre Signalwirkung.
  • Signale sollten kurz und knackig sein.
  • Vermeiden Sie auch Verwechslungsmöglichkeiten mit z.B. „Komm“ als Signal und „ich komme gleich“ usw. im Alltagssprachlichen Gebrauch.
  • Verwenden Sie keine langen und ausschweifenden Sätze.
  • Meiden Sie einen strengen oder wütenden Ton.
 
Für Ihren Einstieg, beginnen Sie mit leichten Erziehungsübungen, nachfolgend habe ich für Sie einen Plan erstellt wie Sie Ihrer Katze Sitz, Platz beibringen können.
 

„Sitz“

Ziel: Ihre Katze setzt sich nach Ihrer Anforderung hin.

Anfänge: Da sich Katzen recht häufig setzen, können Sie das gut mit dem Clicker einfangen. Beobachten Sie dafür Ihre Katze und Clicken Sie, sobald sie sich setzt. Geben Sie Ihr die Belohnung so, dass sie zwangsläufig dafür aufstehen muss, wahrscheinlich wird sie sich dann in Erwartung an ein neues Leckerli nähern und wieder setzen. Da die Übung sehr einfach ist, wird Ihre Katze sich nun so auffällig und häufig hinsetzen, dass Sie unmittelbar vorher ein Signalwort, etwa „Sitz“ sagen können. Die Sitzdauer trainieren Sie, indem Sie Click und Belohnung langsam hinauszögern.

So geht es weiter: Üben Sie das Sitzen auch auf anderen Plätzen und verändern Sie dabei langsam Ihre Körperhaltungen. Führen Sie nicht zu viele Veränderungen im Training ein, dass könnte viel zu Überfordernd sein. Klappt das Training gut mindestens 9 von 10 mal klappen, verändern Sie erst etwas Ihre Körpersprache, falls es jetzt nun gar nicht mehr klappt gehen sie wieder ein Schritt zurück oder verändern nur minimal etwas.  Ein eventuell eingeführtes Sichtzeichen, wie den gehobenen Finger behalten Sie am besten bei.

 

„Platz“

Ziel: Ihre Katze legt sich auf ein Wort- oder Sichtsignal hin.

Anfänge: Sie können das Hinlegen, ebenso einfangen wie das „Sitz“. 
Eine weitere Möglichkeit ist, wenn Sie Ihr Bein so anwinkeln, dass Ihre Katze drunter kriechen muss, wenn Sie an das von Ihnen vorgezeigte Leckerli kommen möchte, falls Sie drüber springen sollte belohnen Sie dieses nicht und versuchen es erneut. Klappt das drunter her kriechen super modellieren Sie Ihre Hand immer weiter nach unten flach nach unten und stecken, dass Leckerli erstmal zwischen die Finger. Je besser es klappt, führen Sie auch Ihr Wortsignal „Platz“ mit ein.  
 

 

Fellpflege

Ziel: Ihre Katze lässt sich Bürsten und Kämmen.
Hintergrund: Nach schlechten Erfahrungen ist systematisches Training nötig, damit Sie bei der Fellpflege ruhig bleibt. Selbst wenn Ihre Katze noch keine Schlechten Erfahrungen gemacht hat ist es nötig, diese vor allem in der Trainingszeit zu vermeiden.

Anfänge: Üben Sie mit Ihrer Katze, wenn Sie nicht aktiv ist, am besten sogar recht müde ist. Mit Langhaarkatzen starten Sie am Besten nach einer Schurr, wenn das Bürsten und kämmen schmerzfrei ist. Benutzen Sie für die Anfänge eine auch eine weiche Bürste (z.B. Babybürsten).
Üben Sie das an verschiedenen Plätzen und zu verschiedenen Uhrzeiten.
Streicheln Sie dabei Ihre Katze immer wieder zwischenzeitlich, heben ihre Beinchen und Ärmchen mal ab und zu an und „Clicken“ ein tolerieren dessen. Im Späteren Verlauf, Bürsten Sie auch langsam unter den angehobenen Gliedmaßen vorsichtig her und „Clicken“ und belohnen es auch gerne mit einem Leckerli. Gehen Sie langsam vor und nehmen sich den Rücken und das Köpfchen vor, zuletzt arbeiten Sie sich an die meist unangenehmste Stelle den Bauch hervor.
Beenden Sie das ganze mit einer Streicheleinheit, wenn Ihre Katze es bis hier hin durchgehalten und toleriert hat.

So geht’s weiter: Sie haben schon einige Tage die Trainingsmethode mit einer weichen Bürste mit Erfolg durchführen können?
Super, dann kommt jetzt ein Kamm oder einen Furminator mit ins Spiel. Wenden Sie diesen auch anfänglich mit leichtem Druck an und erhöhen Sie langsam und stetig im Verlaufe der nächsten Tage.
Sobald Sie dieses gut aufgebaut haben und auch mal die Problemstellen die verknoten müssen, versuchen Sie das Fell am Ansatz bisschen zu halten um den Zug auf der Haut nicht so schmerzhaft zu machen.
 
 
Im nachfolgenden Artikel „Kratzen an Möbeln als Problem“ finden Sie ebenso eine Trainingsanleitung, wie Sie das Kratzen an erlaubten Stellen trainieren können. Schauen Sie dort gerne mal vorbei.
 
 

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